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TAB-Brief 03/2026
22. September 2026
Handlungsfähigkeit in Zeiten wachsender Unsicherheit
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Die Fähigkeit, auch unter unsicheren und sich rasch verändernden Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben, wird für Forschung, Staat und Gesellschaft zunehmend wichtiger. Mit dem neuen Resilienz-Dossier zur Cybersicherheit im Forschungsprozess und den aktuellen Foresight-Reports zu kritischen Infrastruktursystemen sowie dem neuen TAB-Arbeitsbericht „KI und Biotechnologie“ stellt das TAB in dieser Ausgabe drei aktuelle Veröffentlichungen vor, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Fragen von Resilienz, Sicherheit und Vorsorge befassen.
Während das Resilienz-Dossier mögliche zukünftige Entwicklungspfade der Cybersicherheit im Forschungssystem analysiert und daraus Handlungsperspektiven für Politik, Wissenschaft und Forschung ableitet, richten die Foresight-Reports den Blick auf langfristige Risiken und Verwundbarkeiten zentraler Infrastrukturen. Der Arbeitsbericht zu KI und Biotechnologie analysiert neue Herausforderungen an der Schnittstelle von technologischer Innovation und Biosicherheit. Ergänzend blicken wir auf das öffentliche Fachgespräch zurück, in dem diese Fragen diskutiert wurden.
Die Beiträge dieser Ausgabe zeigen, wie parlamentarische Technikfolgenabschätzung dazu beitragen kann, Orientierungswissen für politische Entscheidungen bereitzustellen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Gestaltungsoptionen sichtbar zu machen.
Prof. Dr. Armin Grunwald Leiter des TAB
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Forschung lebt von Offenheit, Vernetzung und internationaler Zusammenarbeit. Gleichzeitig sind Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend Ziel von Cyberangriffen, Spionageversuchen und anderen sicherheitsrelevanten Einflussnahmen. Wie kann unter diesen Bedingungen die Cybersicherheit des deutschen Forschungssystems langfristig gestärkt werden?
Das neue Resilienz-Dossier des TAB untersucht Risiken, Herausforderungen und Handlungsoptionen für Wissenschaft, Politik und Forschungsförderung im Zeithorizont 2030+.
Im Rahmen eines partizipativen Foresight-Prozesses wurden unterschiedliche Zukunftsszenarien entwickelt und mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis diskutiert. Das Dossier zeigt, wie sich Bedrohungslagen, Schutzanforderungen und Formen der Zusammenarbeit künftig verändern könnten. Im Mittelpunkt stehen Fragen der institutionellen Resilienz, der Sicherheitskultur sowie der Balance zwischen wissenschaftlicher Offenheit und notwendigen Schutzmaßnahmen.
Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, politische und organisatorische Strategien zu identifizieren, mit denen die Handlungsfähigkeit und Innovationskraft des deutschen Forschungssystems auch unter veränderten Sicherheitsbedingungen erhalten werden kann. Interessierte finden das Dossier sowie Hintergrundinformationen zum Foresight-Prozess auf der Microsite.
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Weitere Veröffentlichungen
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Von Abfallentsorgung über Finanzsysteme bis hin zu staatlichen Verwaltungsleistungen: Kritische Infrastrukturen bilden das Rückgrat moderner Gesellschaften. Drei neue Foresight-Reports des TAB richten den Blick auf die Infrastruktursysteme Abfall, Finanz- und Versicherungswesen sowie Staat und Verwaltung. Analysiert werden Trends, Unsicherheiten und systemische Risiken, die für die langfristige Funktionsfähigkeit dieser Systeme relevant werden könnten.
Die Berichte sind Teil des kontinuierlichen Foresight-Prozesses des TAB und sollen dazu beitragen, potenzielle Verwundbarkeiten frühzeitig zu erkennen. Sie bieten Orientierung für eine vorausschauende politische Auseinandersetzung mit Zukunftsrisiken und möglichen Resilienzstrategien.
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Welche Auswirkungen könnte das Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und moderner Biotechnologie auf die Biosicherheit haben? Der neue TAB-Arbeitsbericht Nr. 217 untersucht Risiken der Forschung für die Sicherheit sowie die mögliche Proliferation biologischer Waffen. Im Mittelpunkt stehen Fragen, die international zunehmend diskutiert werden: Können große Sprachmodelle relevantes Spezialwissen vermitteln, biologische KI-Modelle die Entwicklung gefährlicher Agenzien erleichtern oder automatisierte Laborsysteme bestehende Hürden senken?
Die Analyse zeigt, dass die derzeit verfügbare Evidenz viele dieser Fragen noch nicht abschließend beantworten kann. Insbesondere erscheint eine missbräuchliche Nutzung durch Personen ohne einschlägige Fach- und Laborkenntnisse nach heutigem Wissensstand weiterhin wenig wahrscheinlich. Gleichzeitig verweist der Bericht auf erhebliche Unsicherheiten angesichts der hohen Dynamik technologischer Entwicklungen.
Vor diesem Hintergrund diskutiert das TAB verschiedene Handlungsoptionen, darunter ein kontinuierliches Monitoring der Entwicklungen, Sicherheitsprüfungen bei Nukleinsäuresynthesen, risikoadaptierte Zugangskontrollen für leistungsfähige biologische KI-Modelle sowie Maßnahmen zur Stärkung von Pandemievorsorge und biologischer Gefahrenabwehr.
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Auf Grundlage des TAB-Arbeitsberichts „KI und Biotechnologie“ diskutierten Abgeordnete und externe Sachverständige am 8. Juli 2026 im Deutschen Bundestag aktuelle Fragen der Biosicherheit und politische Handlungsoptionen.
Die Diskussion machte deutlich, dass die gesellschaftlichen Chancen neuer Technologien nur dann nachhaltig genutzt werden können, wenn potenzielle Risiken frühzeitig erkannt und geeignete Vorsorge- und Schutzmechanismen entwickelt werden. Das Fachgespräch unterstrich damit die Bedeutung wissenschaftsbasierter Politikberatung bei Themen, die durch hohe Unsicherheit und schnelle technologische Veränderungen geprägt sind.
Zur Dokumentation des Fachgesprächs
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Das TAB in den Medien – aktuelle Einordnungen und Resonanz auf unsere Arbeit
Im Fokus
- Tagesschau (11.09.2026)
Wie gefährlich ist Künstliche Intelligenz? Der Beitrag beleuchtet aktuelle Debatten über Chancen und Risiken von KI. Armin Grunwald ordnet ein, wie Unsicherheiten, Risiken und gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten bei technologischen Entwicklungen zusammengedacht werden können.
- heise online (29.08.2026)
Wie resilient ist Deutschland? Kritische Infrastrukturen im Belastungstest Die Berichterstattung greift die neuen Foresight-Reports des TAB auf und diskutiert Herausforderungen für die Resilienz zentraler Infrastruktursysteme.
- Forschung & Lehre (10.07.2026)
Zu den Technikfolgen der Kernfusion Im Interview sprechen Armin Grunwald und Reinhard Grünwald über Chancen, Grenzen und gesellschaftliche Folgen der Kernfusion.
Weitere Berichterstattung
- RND (27.08.2026): Neue Gefahr durch KI: Chatbots liefern Bauplan für biologische Waffen
- Deutsches Ärzteblatt (07.08.2026): Erstmals vollständige Bakteriophagen mit Künstlicher Intelligenz generiert
- Tagesspiegel Background (+) (09.07.2026): Wohin führt der Wettlauf von Biotechnologie und KI?
- GEO (+) (30.07.2026): Das Projekt Kernfusion wird scheitern. Der Grund? Die Windkraft.
Fürs Ohr
- NDR Info (18.08.2026)
KI-Modelle und Bakteriophagen Im Gespräch erläutert Harald König, Autor des aktuellen TAB-Berichts zu KI und Biotechnologie, neue Entwicklungen beim KI-gestützten Design biologischer Systeme sowie die damit verbundenen Biosicherheitsfragen und Herausforderungen für die Bewertung potenzieller Risiken.
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Lesetipps aus der TA-Community
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Neue TATuP
Im Kurzinterview der aktuellen TATuP beantwortet Karl Lauterbach, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung, fünf Fragen zu Wissenschaft, Politik und Technikfolgenabschätzung.
Das Schwerpunktthema Science Fiction und Technikfolgenabschätzung der aktuellen Ausgabe widmet sich der Frage, welche Rolle Fiktion, Spekulation und Zukunftserzählungen für die TA spielen können
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Wissenschaftliche Politikberatung in Krisenzeiten
Der Open-Access-Band zur NTA-Jahrestagung 2024 bietet aktuelle Einblicke in Debatten der deutschsprachigen TA-Community. Unter Beteiligung mehrerer Autorinnen und Autoren aus dem TAB-Team beleuchten die Beiträge, wie Technikfolgenabschätzung Orientierung für Politik und Gesellschaft in einer Zeit raschen technologischen Wandels schaffen kann.
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Impressum
Herausgeber Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) Neue Schönhauser Straße 10 D-10178 Berlin
Kontakt info@tab-beim-bundestag.de
Redaktion und Gestaltung Bernd Stegmann
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Hinweis zur Nutzung von KI Bei der Erstellung dieses Newsletters wurden in einzelnen Arbeitsschritten KI-basierte Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Die inhaltliche Verantwortung für die veröffentlichten Inhalte liegt beim TAB.
© 2026 Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)
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TAB - Technikfolgen abschätzen für Parlament und Gesellschaft
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